Èeský Yacht Klub
zal. 1893

         

50°04´N, 014°25´E
Zmìnìno: 18.8.2017

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110 JAHRE TSCHECHISCHER YACHT-KLUB,
WIEGE DES TSCHECHISCHEN SEGELSPORTS

Vorwort

Der Geburtsort des tschechischen Segelsports befindet sich in einem alten Stadtviertel Prags, namens Podolí, bekannt durch seine Flösservergangenheit. Gegenüber der Kirche der Floss-Schiffer aus dem 14. Jahrhundert steht ein einzigartiges, völlig aus Holz errichtetes Gebäude – das Bootshaus des Tschechischen Yacht-Klubs „ÈYK“, erbaut im Jahre 1912 auf dem Damm des ehemaligen Hafens Podolí, unter dem Schutz eines Felsens, auf dem die denkwürdige Burg Vyšehrad steht. Das Bootshaus ist zu einem weiteren historischen Denkmal dieses Stadtviertels geworden.

Schiffe befuhren die Moldau von jeher. Ihr älterster Antrieb waren Ruder und Segel. Die ersten Segler Prags, die Segelboot auch in der Freizeit benutzten, waren die Müller Odkolek, Vávra u.a. Von frühen, noch nicht organisierten Segelwettkämpfen, zeugt die Gravierung des bedeutenden tschechischen Graveurs Anton Puchgern aus dem Jahre 1807, das Segelboote auf der Elbe in Raudnitz und Dìèín darstellt. Die älteste überlieferte Segelregatta in Prag war die zwischen der Schützeninsel und Färberinsel (heute Slawische Insel) am 25.September 1870, in der die Yacht namens Libuše des Müllers Odkolek siegte.

Später wurden Segelboote von Mitgliedern einer Reihe von Ruderklubs (z.B. SOKOL seit 1861, English Crew, BLESK u.a.) gefahren. Seit Ende des 19.Jahrhunderts kennt man Segel auf der Moldau nur noch als Antrieb von Sportbooten.

Der Gründer

Wiege des organisierten Segelsports in den Ländern der Tschechischen Krone war der Tschechische Yacht-Klub (Èeský Yacht Klub – ÈYK), einer der ältesten Segelklubs Mitteleuropas. Er wurde im Jahre 1893 durch Josef Rössler-Oøovský und Arnošt Bürgermeister gegründet. Rössler war Mitglied des Ruderklubs BLESK (gegr.1876). Er war der Erste, der für diesen Klub einen Meistertitel gewann. Seine Trophäen schmücken noch heute das Klubhaus des Ruderklubs BLESK. Rössler war Wegbereiter einer Reihe weiterer Sportzweige in Böhmen und Mähren. Seit der Schulzeit trat er unter dem sportlichen Synonym Oøovský an, da Familie und Schule seinen sportlichen Aktivitäten trotz guter schulischer Leistungen nicht sehr gewogen waren. In Frankreich und England, wo er Praktika in pharmazeutischen Unternehmen absolvierte, kam er noch intensiver mit dem Wassersport, teilweise auch auf offener See, in Berührung.

Seit der Jugend liebte er die aktive Betätigung in freier Natur. Gerudert hat er zum ersten mal als Neunzehnjähriger im Jahre 1888. Es genügte ihm nicht, nur selbst Sport zu treiben. Durch Initiative, gute Organisation und persönliches Beispiel bereitete er vielen damaligen Jugendlichen den Weg zur Körperkultur und Sport. In Böhmen gründete er den Kanusport, die Wassertouristik, die Wasser-Pfadfinder und andere Sportzweige. Von seiner Organisationsgabe zeugt u.a. auch die Gründung des 1. Tschechischen Lawn-Tennis-Klubs, des ersten seiner Art in Österreich-Ungarn. Vier Jahre später war dieser bereits in der internationalen Tenniszentrale FILT in London registriert. Mit Leidenschaft und Erfolg pflegte er Tennis, Fussball und Bandyhockey. Auch war er ein guter Fechter.

Um das Skilaufen zu organisieren, organisierte er einen Wettkampf in der Stadtmitte Prags am Wenzelsplatz. Schon 1897 war er einer der Organisatoren des ersten internationalen Skilaufwettkampfes in Jilemnice, wozu er vorher die ersten Ski aus Norwegen mitgebracht hatte. Er setzte sich für die einheimische Erzeugung von Wettkampfski aus Eschenholz ein. Ganz ging er auch im Rudern und im Eisschnellaufen auf. Er war Schiedsrichter des ersten Fussballspieles der traditionellen Rivalen Sparta und Slavia, kurzum ein sportliches Multitalent.

Am 17.Januar 1933 starb er und wurde auf dem ruhmreichen Vyšehrad begraben.

Olympische Spiele

Mitglieder des Tschechischen Yacht-Klubs waren Wegbereiter des Segelsports, Gründer des olympischen Ausschusses und Teilnehmer der olympischen Spiele. Dem Gründer des ÈYK ist es zu verdanken, dass sich die tschechische Delegation an den Olympischen Spielen als anerkannte Nation beteiligen konnte, noch ehe die Eigenstaatlichkeit anerkannt war. Gemeinsam mit dem Professor Dr. Guth-Jarkovský gab er den Anstoss zur Gründung des Tschechischen Olympischen Ausschusses entgegen dem Willen der österreichischen Behörden. Es wird von einem schlagfertigen Einfall Rösslers auf dem olympischen Kongress in Stockholm, noch vor dem 1. Welktkrieg, berichtet. Als Östereicher und Deutsche erklärten, dass die Tschechen bei den Spielen nicht selbstständig auftreten dürfen, zeigte er dem anwesenden olympischen Ausschuss ein österreichisches Zehnkronenstück, auf dem die Prägung bezeugt, dass Franz Josef I., österreichischer Kaiser, aber auch böhmischer König ist. Für die Ausschussmitglieder, insbesondere die Engländer, war der Beweis gegeben: Wenn die Tschechen einen eigenen König haben, besitzen sie auch das Recht, selbstständig aufzutreten.

Im Jahre 1912 beteiligten sich acht Klubmitglieder an den Olympischen Spielen in Stockholm. Die Delegation leitete der Vorsitzende Rössler-Oøovský mit Dr.J.Guth-Jarkovský. Die Teilnahme unter tschechischer Flagge hatte sogar ein Nachspiel im wiener Parlament. Seine Fähigkeiten zu Gunsten des Tschechoslowakischen Sports brachte Rössler-Oøovský auch als Generalsekretär des tschechischen, nach dem 1. Weltkrieg des tschechoslowakischen olympischen Ausschusses von 1906 bis 1929 ein. Er führte die tschechische Delegation zu den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm und 1920 in Antwerpen. Im Jahre 1999 wurde Rössler-Oøovský in Anerkennung seiner Verdienste postum zum Sportfunktionär des Jahrhunderts ernannt. Die tschechische Post gab eine Neunkronen-Briefmarke mit seinem Porträt heraus.

Der Tschechische Seglerverband

Im Jahre 1893, also noch in der Zeit der Österreich-Ungarn-Monarchie, entstanden in den Ländern der Tschechischen Krone der Tschechische Yachtklub in Prag (ÈYK) sowie ein Klub der Deutschen Segler in Leitmeritz (a.d. Elbe in Nordböhmen). Bald folgten weitere in Böhmen, Mähren und Schlesien, ab 1952 auch in der Slowakei. Nach Beendigung des 1. Weltkrieges wurde auf Veranlassung von Rössler-Oøovský 1929 der Tschechoslowakische Seglerbund gegründet. Erster Vorsitzender war der Gründer selbst, nach dessen Tod ab 1933 Dipl.Ing. Pavlousek.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es in der wiedererrichteten Tschechoslovakischen Republik nur einen einzigen Segelklub – den Tschechischen Yachtklub. Schnell entstanden weitere Segelklubs, durch deren Tätigkeit auch der Seglerverband erneuert wurde. Im Verlauf der weiteren Entwicklung wurde der Tschechische Seglerverband, nicht zuletzt durch die Aktivitäten von Mitgliedern des Tschechischen Yachtklubs, Mitglied der International Yacht Racing Union (IYRU), heute International Sailing Federation (ISAF), in deren Ausschüssen Mitglieder des ÈYK auch Stellvertreterfunktionen bekleideten.

Unter dem Dach des Tschechischen Seglerverbandes sind alle seglerischen Aktivitäten vereinigt. Es sind dies die Klassenorganisationen von Cadet, Cafe 24, Europ, Finn, Fireball, FD, 49er, Laser, Eissegelschlitten, Optimist, Pirat, Soling, Star, Tornado, Vaurien, 420er, 470er und neuerdings auch 2,4M, die auch bei den Paraolympics 2000 Sydney zugelassen wurden. Hinzu kommen die Tschechische Windsurfing Assoziation, die Tschechische Assoziation der Seesegler und neuerdings die Assoziation Match und Team Racing.

Die Hauptaufgabe des Seglerverbandes liegt in der Koordinierung der Tätigkeiten aller Mitgliedsverbände, Veranstaltung und Vorbereitung der Republiksmeisterschaften als auch der Beteiligung der Segler an internationalen Regatten (Europa- und Weltmeisterschaft) sowie der Vorbereitung der Repräsentanten für Olympische Spiele.

Entwicklung des Tschechischen Yachtklubs (ÈYK)

Der Anfang ist nie leicht. Nach Trennung vom Ruderklub BLESK im Jahre 1893 verankerte der ÈYK sein kleines schwimmendes Klubhaus zuerst am linken Moldau-Ufer in Prag-Smíchov, später im Hafenbecken von Prag-Podolí. Damals gab es den Tunnel im Vyšehrad-Felsen noch nicht. Der Zugang zum Klub war nur mittels einer Fähre oder durch Umgehung des Felsens möglich. Die Pferdebahn fuhr damals nur bis zur heutigen Palacký-Brücke. Es folgten zwei weitere schwimmende Klubhäuser, ehe der Segelklub im Jahre 1911 die Erlaubnis erhielt, ein Klubhaus auf der Hafenmole in Podolí zu erbauen.

Auch politisch zeigten die tschechischen Segler Flagge. Anlässlich der 25. Jahresfeier des ÈYK am 20.Oktober 1918 war der ÈYK der erste Ort, an dem die tschechische Fahne statt der österreichischen gehisst wurde. Das war noch vor Ende des 1. Weltkrieges und somit vor der Unabhängigkeitserklärung. Es war damals eine Flagge mit dem bömischen Löwen und der Krone des heiligen Wenzel, die sog. „Königliche“. Unter ihr zogen bereits die tschechischen Olympioniker zur Zeit Österreich-Ungarns in die Stadien ein. Sie wird heute im Klub aufbewahrt. Ein zweites Exemplar befindet sich im Museum für Körpererziehung und Sport.

Im Laufe der Jahre finden sich im Klubregister eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten wider. Neben dem erwähnten Klubgründer und sehr vielseitigen Sportler finden sich die Namen noch lebender Persönlichkeiten, wie z.B. Dr. Wladimir Aichelburg, Historiker des europäischen Segelsports sowie der Handels- und Kriegsflotte Österreich-Ungarns, der in Wien lebt (ÈYK-Ehrenmitglied seit 1993), Thomas J. Bata, erfolgreicher kanadischer Unternehmer (Mitglied von 1931 bis zum Beginn des 2. Weltkrieges). Unter ihnen noch eine Reihe weiterer, die nicht mehr unter uns weilen, wie Thomas Bata (1876-1932), erfolgreicher tschechischer Unternehmer, der bei einem Flugzeugunfall ums Leben kam (Mitglied seit 1935), Dr. Karel Baxa, Abgeordneter des Tschechischen Landtages, erster Bürgermeister Prags (Mitglied seit 1916), Anton Berger, bekannter Prager Zuckerbäcker (seit 1914), Jeronym Colloredo Mannsfeld, der in den Jahren 1912-1928 dem akademischen Maler Alfons Mucha ermöglichte, auf Schloss Zbiroh das „Slawische Epos“ zu schaffen (seit 1919), Eduard Grégr, Buchdrucker (Mitglied mit seiner Gattin seit 1926), Dr. Jiøí Guth-Jarkovský, Gründungsmitglied des Internationalen Kommitees der Olympischen Spiele (seit 1925, Ehrenmitglied), Prof.MUDr. Jedlièka, B. Mathesius, Professor der Karlsuniversität, Literat und Übersetzer (mit seiner Gattin, einer Schauspielerin, im Klub seit 1922), Vladimír Neff, bedeutender Schriftsteller (seit 1937), Jaroslav Novák, Pionier der Jugenderziehung, Leiter der prager Wasser-Pfadfinder (in ÈYK seit 1935), Dr. Jaroslav Preis, Generaldirektor der Bank ZB (seit 1927), František Ringhoffer, Industrieller (seit 1934), Arnošt Schwarzenberg, Techniker in den Ringhoffer-Werkstätten, Jan Werich, bedeutender tschechischer Schauspieler (seit 1947), weiter Gesandte, Konsuln und Mitglieder der Gesandschaften und Missionen Frankreichs, Grossbritaniens, der USA, und weitere bedeutende Persönlichkeiten. Vor der Entstehung der Tschechoslovakischen Republik war ein häufiger Klubbesucher auch Dr. Rašín, erster Finanzminister der Tschechoslowakischen Republik. Seine beiden Söhne waren Mitglieder der Wasser-Pfadfinder im Klub.

Auch während des Krieges blieb der ÈYK ein rein tschechischer Klub. Trotzdem ist Internationalismus, der allen Seglern und Seeseglern in der ganzen Welt eigen ist, auch den tschechischen Seglern nicht fremd. Auch heute befinden sich im Klub Bürger anderer Länder, die in der Tschechei leben oder arbeiten.

Vor dem ersten Welkrieg gründete der ÈYK eine Sektion in Triest (Italien), vor dem zweiten Weltkrieg in Split (Jugoslawien). Leider haben beide die Kriege nicht überdauert. Heute wird die Zusammenarbeit mit dem deutschen berliner SC FRATERNITAS (1891), mit dem österreichischen Hochsee Yacht Club (ÖSYC) und dem ältesten Segelklub Kroatiens PLAV gepflegt, der sich ausschliesslich der Jugenderziehung widmet.

Nach dem zweiten Weltkrieg initierte der ÈYK Gründung weiterer Segelklubs, sowie des Regionalverbandes (heute Bezirkverband). Der zweite Weltkrieg und die darauf folgende politische Entwicklung im Lande brachte Änderungen auch für den ÈYK. Nach Vereinigung der Tschechoslowakischen Körpererziehung wurde ÈYK dem Verein Slavoj Vyšehrad (anfangs SOKOL Vyšehrad) zugeordnet. Trotz Missgunst der damaligen Behörden, die den Segelsport als eine sogenannte „bürgerliche Sportart“ diffamieren wollten, haben die Mitglieder als Amateure ihren Sport gepflegt. Hierbei ging es um die aufwendige Wartung des historischen Boothauses, die Pflege der Boote als auch den Amateurbootsbau hauptsächlich von Jugendbooten. Dabei haben sie sich nicht nur um den eigenen Klub bemüht, sondern unterstützten auch die Bildung weiterer Segelklubs. Gegenwärtig gibt es auf dem Gebiet der Hauptstadt Prag rund 20 Segelklubs, im benachbarten Mittelböhmen weitere elf.

Auch die übrigen Kreise sind nicht zurückgeblieben. In Südböhmen existieren heute weitere zehn Klubs, in Westböhmen elf, in Nordböhmen über zwanzig, in Ostböhmen neun, in Südmähren siebzehn und in Nordmähren nochmals über zwanzig Segelklubs. Die Juniorsektion des ÈYK ist nach der in Brünn die zweitgrösste in der Tschechei.

Das Bootshaus des ÈYK, erbaut im Jahre 1912, ist ein ausschliesslich aus Holz errichtetes Gebäude, hat drei Stöcke, komplet ausgestattet mit Klub- und Umkleideräumen. Es hat nicht nur die zuvor bestehenden schwimmenden Klubräume ersetzt, sondern in Ausmass und Ausstattung weit übertroffen. Heute beherbergt es soziale Einrichtungen mit Warmwasser, Werkstätten, eine moderne Kanzlei, und ermöglicht den Mitgliedern Service, Bequemlichkeit und Erfrischung. Der Klubhafen verfügt über elektrischen Strom und Trinkwasser, Moorings für Gastlieger, drei Bootsslips bis zu 5 Tonnen, vier Geleise zum Lagern und Überwintern der Kajütboote.

Gegenwärtig vereint der Klub 200 Mitglieder mit rund 90 Booten. Die Jugendlichen segeln in den Klassen Optimist, Cadet, Fireball, Erwachsene im Pirat, Fireball und in Kajütbooten. Seit Gründung des ÈYK wird auch das Seesegeln gepflegt. Unter dem Klubstander kreuzen jährlich Boote auf Nord- und Ostsee, dem Mittel- und dem Ägäischen Meer. Einige von ihnen liegen ganzjährlich in italienischen oder deutschen Häfen, um lange Anfahrten auf eigenem Kiel zu umgehen. Für die Sommersaison im Binnenland erbaute der ÈYK einen eigenen Hafen auf dem Slapy-Stausee, cca 30 Km südlich von Prag.

ÈYK und der Binnensegelsport

Wenn auch die meisten Mitglieder den Segelsport nur zur Erholung betreiben, zieht es die Jugend mehr zum Regattasport. Durch den ÈYK werden eigene Regatten organisiert. In der Zeit nach dem 1. Weltkrieg gehörte ohne Zweifel Eduard Bürgermeister, der auch an den Olympiaregatten 1924 in Paris teilnahm, zu den bedeutendsten Wettseglern. Zahlreiche Segler vertraten die tschechische Farben im Ausland. Zu Beginn findet man die Namen der o.a. Klubgründer, später weitere, von denen wenigstens M. Brebta, V. Pavlousek (genannt Ata), sowie C. Burda genannt seien. Letzerem wurde trotz erreichter Qualifizierung die Nominierung zu den olympischen Wettbewerben in London 1948 aus politischen Gründen versagt.

Nach dem 2. Weltkrieg ging ein neuer Stern auf – Miroslav Vejvoda, Olympiateilnehmer Tokio 1964 und Kiel 1972, später Trainer der tschechoslowa-kischen Nationalmannschaft. Unter den Klubmitgliedern finden sich mehrere Republiksmeister (auf FD Englich und Vopálenský, auf J 22, P und FD Burda und Buchtela, Hradecký, Gebrüder Kryl, Krylová, Pavlousková, Tamassy und Krofta, auf FD Gebrüder Žáèek, Guryèa, Bachtík usw.

Obwohl ein Fluss kein ideales Regattarevier darstellt, herrschte beim ÈYK immer ein reger Wettfahrtbetrieb. So wurde eine ganze Reihe von Wettfahrten begründet, sowohl auf dem Klubrevier als auch auf dem Stausee. Zu den bestbesuchten Wettfahrten gehört jene im Herbst unter dem sagenumwobenen Vyšehrad-Felsen um den Primatorschild. Diese Regatta wurde 1945 nach dem zweiten Weltkrieg zur Erinnerung an den ersten Bürgermeister der Hauptstadt Prag, Dr. Baxa, begründet, der auch seit 1918 Klubmitglied war. Die Bronzeplastik auf einer Marmorplatte ist ständiger Wanderpreis, der dem Sieger der am stärksten vetretenen Bootsklasse übergeben wird. Schöpfer der Plastik ist der Akademiebildhauer Stino Paukert. Trotz relativer Nichteignung des prager Moldaureviers für den Regattasport, haben sich in der Republikswettfahrtreihe weitere, vom ÈYK ins Leben gerufene Regatten erhalten. Es sind dies Gedankregatta Eduard Bürgermeister (seit 1937), Gedenkregatta Rössler-Oøovský (seit 1946) und zum Saisonabschluss die Regatta um das Blaue Band der Moldau (seit 1950). Zum Andenken an unseren bedeutenden Theoretiker und Schiedsrichter Dr. Štìpán wurde neulich eine weitere Gedenkregatta begründet.

Im Jahre 2001 organisierte der ÈYK auf dem Lipno-Stausee die Cadett-Europameisterschaft. Trainer und Eltern der Cadet-Mannschaften zeigten grosses Engagement. Es beteiligten sich Sportler aus zehn Ländern. Der ÈYK hat durch Leihboote auch den kroatischen Sportlern die Teilnahme ermöglicht. Im Jahre 2002 erwarben die Junioren des ÈYK elf Meistertitel. An der Cadet-Weltmeisterschaft 2002 in Deutschland nahmen drei Besatzungen des ÈYK teil.

ÈYK und Hochseesegeln

Sollte es Jemanden befremden, dass sich der Binnenländer nach der See und deren Beherrschung sehnt, ist erwähnenswert, dass auch in vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Tschechen mit ihr in Berührung kamen. Das geschah nicht allein aus Abenteuerlust. Auch aus Forscher- und Entdeckerdrang. Aber auch die Auswanderer, die aus Existenznot oder wegen politischer Verfolgung nach Amerika oder anderwohin gingen, machten mit ihr Bekanntschaft. Ein Drittel aller Seeleute der Österreichischen Monarchie stammte aus Böhmen und Mähren. Sie dienten meist als Machinisten und Schiffsoffiziere.

Der tschechische Segelsport hat viele eigene Vorbilder. Einer der bedeutendsten war der Akademiemaler Jaroslav Èermák, der erste Tscheche, der eine französische Segelschule absolvierte (gestorben 1878). Von tschechischen Eltern stammte der USA-Konteradmiral Georg Dufek ab, der den Aufbau von sieben Stützpunkten in der Antarktis befehligte und Teilnehmer des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1957-58 war (verstorben 1977).

Neben Rössler-Oøovský, der mit der See schon als Student Bekanntschaft machte, ragte bereits zu Anfang ein Dreigestirn aus dem ÈYK hervor: Škvor von Horomil, sowie Arnošt und Eduard Bürgermeister. Sie studiereten die Erfahrungen ausländischer Segler und machten sich mit schiffahrtstheoretischen Erkenntnissen bekannt. Die Erfahrungen des Rössler-Oøovský aus Mittelmeer, Nordsee und Atlantik sowie des Arnošt Bürgermeister, der oft Gast in berliner und norddeutschen Klubs war, wurden übernommen.

Bereits 1896 hatte der ÈYK eine eigene Yacht in Kroatien registriert. Wie ernst die Seefahrt betrieben wurde, belegt auch die Tatsache, dass mit der Yacht Marina I, die aus Adria nach Prag überführt wurde, ein Berufsschiffer aus Dalmatien mit übernommen wurde, der sich um die Bootspflege bemühte. Diese 13 Meter lange Yacht war damals das grösste Segelboot, das auf der Moldau segelte. Im selben Jahr wurde eine Sektion des ÈYK in Triest begründet, wo den Mitgliedern drei seetüchtige Yachten zur Verfügung standen. Eine von diesen hatte die Zulassung für alle Fahrtgebiete. Nach dem Krieg wurden dann die ersten Seetörns in norwegischen Gewässern durchgeführt. Die zweite Auslandssektion entstand erst nach dem Tod des Klubgründers. Durch Klubkapitän Eduard Bürgermeister wurde diese 1934 in Split beim Klub LABUD ins Leben gerufen. Im Jahr 1935 wurde der Bau einer 10 M – Kielyacht vollendet, die auf den Namen VLTAVA getauft wurde. Noch im selben Jahr gewann sie ihre erste internationale Regatta sowie einen Pokal, den der ereste Bürgermeister Prags, Dr. K. Baxa, gestiftet hatte. Vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges gelang es noch, die Yacht nach Prag zu bringen. Die zweite Klubyacht, die auf der Adria segelte, wurde gemeinsam mit der ganzen Labud-Flotille Opfer eines Bombenangriffs.

Zu den gegenwärtig erfolgreichen Seeseglern des Klubs gehört auch Josef Rössler, Enkel des Gründers und Ehrenmitglied des ÈYK, der in jedem Jahr mit seiner selbstgebauter Stahlyacht ŠTÍR von Prag über Hamburg die Nord- und Ostsee befährt. Gleich ihm befahren noch mehrere Klubmitglieder dieses Revier. Es sind dies Urlaubstörns, von denen alle mit herlichen Erlebnissen angesichts der Schönheit und Kraft des Meeres zurückkehren.

Auch die Yacht HEBE II, die sich das Klubmitglied Dipl.Ing. Jaroslav Havelka selbst erbaute, begann mit Fahrtenreisen. Der Kampfgeist ihres Eigners ruhte jedoch nicht, und nach der Teilnahme an einer Reihe von Regatten (Kieler Woche, DELFSAIL ´98 in den Niederlanden) erfolgte die Nominierung zu den Wettfahrten Falmouth (GB) – Lissabon, Vigo – Dublin, bei denen jeweils führende Plazierungen ersegelt wurden. Im Jahre 2000 meldete sich Havelka mit einer neu erworbenen Yacht zum CUTTY SARK SHIP´S RACE 2000, das unter dem Patronat der brittischen Königing Elisabeth II, des spanischen Königs Juan Carlos, der niederländischen Königin Beatrix und des italienischen Staatspräsidenten Oscar Scalforo stand. Obwohl die neue HEBE III, CZE 103, ein Sun Fast französischer Ausführung, LOA 12,2 M, Breite 3,95 M, mit 88 m2 vermessener Segelfläche, die kleinste unter den teilnehmenden Yachten war, belegte sie in vier der fünf Teilwettfahrten ersten Platz, u.a. auch bei der sehr anspruchsvollen Atlantiküberfahrt. Dabei ist zu bemerken, dass insbes. aus Grossbritanien, Deutschland, Frankreich, Spanien und den USA eine starke Konkurenz an den Start ging. In jedem Jahr nimmt HEBE III an weltweiten Regatten, 2002 auch an der Europa- und Weltmeisterschaft, teil. Im J. 2003 ist neben der Beteiligung an zahlreichen Wettfahrten insbesondere die gute Plazierung beim Transatlantic Challenge Race von Newport (USA) nach Cuxhaven (BRD) zu würdigen. An diesen Seewettfahrten beteiligten sich auch Junioren des ÈYK.

Der ÈYK in der Gegenwart

Von den zwanzig prager Segelklubs ist der ÈYK der einzige, der eine regelmässige Jugendarbeit betreibt. Ehrenamtliche Trainer betreuen die Jugendlichen. Zur Aufrechterhaltung einer guten Kondition und im Interesse des Zusammenhalts der Crews wird ein Wintertraining in Schulturnhallen und in einem Schwimmbad durchgeführt. Während der Segelsaison wird unter Aufsicht der Trainer jeden Mittwoch auf der Moldau in Stadtmitte vor der herrlichen Kulisse des ÈYK-Klubhauses das Training absolviert. An den Wochenenden nehmen die Junioren an den Regatten auf den böhmischen und mährischen Seen teil. Im Sommer findet ein Trainingslager der Jugend an einem See bzw. am Meer statt. Jährlich trifft man sich auf der Insel Krk beim ältesten kroatischen Segelklub PLAV, zu den der ÈYK enge Kontakte pflegt. Der Vorteil gemeinsamer Veranstalltungen mit ausländischen Klubs liegt in der Unterstützung der Jugend sowie der Förderung internationaler Begegnungen der jungen Menschen.

In dem historischen Klubhaus pulsiert das Klubleben das ganze Jahr. Für die Bootwartung werden Werkstätten vorgehalten. Erwachsene können sich in eine Crew einschreiben, sofern sie über kein eigenes Boot verfügen. Bootseigner finden einen Bootsstand, Winterlager, Werkstätten, Umkleideräume mit Warmwasser und Dusche, Imbiss und das Wichtigste, Kameraden, die gerne helfen und Rat geben, sei es für die Arbeiten am Boot oder die Vorbereitung eines Seetörns.

Die Mitglieder des Klubs, unter ihnen auch ein Seniorenklub des ÈYK, aber auch andere Organisationen wie z.B. der Baltic Club des Polnischen Instituts in Prag, die Internationale Marathonunion, die Wasser-Pfadfinder, treffen sich auf der geräumigen Veranda mit der einmaligen Aussicht auf die Moldau und die Burg Hradèany, oder im historischen Klubzimmer. Das Klubleben erlosch nicht einmal während der Hochwasserkatastrophe im August 2002, die im ÈYK Schaden in Höhe von 30 Tausend Euro verursachte. Dank der aufopferungsvollen Arbeit der Mitglieder waren die zerstörten Werkstätten und das überflutete Bootshaus schon zu Beginn der Segelsaison 2003 wieder voll funktionsfähig.

Rudolf Holý, ÈYK-Vorsitzender (10.09.2003)




s/y H É B É III

Eine seefähige Yacht mit Namen der griechischen Göttin der Jugend, "die Göttin mit den Rosenwangen", eine Tochter von Zeus und Hera. Sie ist Mundschenk der anderen Götter und reicht den Nektar.

Unsere Schöne, im Jahre 1999 in Frankreich (Jeanneau Sun Fast 40) gebaut, ist 12,20 m (40 ft) lang, 2,40 m Tiefgang und trägt in vollem Gewand 88 m2 Segeltuch, Segelzeichen CZE 103. Sie ist das Kleinod eines der ältesten Yachtclubs Mitteleuropas (der Tschechische Yachtclub wurde 1893 gegründet), auf das alle Mitglieder des CYK stolz sind. Eigner und Kapitän ist Dipl. Ing. Jaroslav Havelka (67). Bei zahlreichen Regatten übernimmt unterdessen sein Sohn Jakub (30) die Kapitänsmütze.

In der Seeflotte von Familie Havelka ist die S/Y HÉBÉ III schon die dritte Yacht. Der Beginn war die HÉBÉ, ein hölzerner Eigenbau (holländische Van de Stad-Konstruktion), den sich Jaroslav Havelka in eigenem Garten selbst gebaut hat und die 1977 in Stralsund getauft wurde. Dann HÉBÉ II im Jahre 1995, eine 38-Fuß-Yacht aus Glasfaser, auf der Moldau getauft. Beide Boote wurden unter Amateurbedingungen gebaut. In diesen Zeiten ging es nicht anders. Schon die zweite Yacht begann im Jahre 1996 mit der Beteiligung an Weltregatten, die damals noch „Cutty Sark“ genannt wurden, heute „Tall Ship´s Races“.

Seit 2000 startet Jaroslav Havelka mit seiner dritten Yacht – HÉBÉ III. Auch heute noch wie schon in früheren Zeiten ist sie meisstens die Einzige, die am Heck die tschechische Flagge und an der Saling den Stander des Tschechischen Yachtclubs trägt. Zugleich ist sie oft auch die kleinste Yacht in ihrer Kategorie, egal ob in der Nordsee, am Mittelmeer oder auf dem Atlantik. Im Jahr 2000 hat sie zum ersten Mal den Atlantik bezwungen. Und das nicht nur einmal (Transatlantic Race, North American Race, Atlantic Rally for Cruisers). Weitere Regatten folgten jedes Jahr, wie z.B North Sea Race, Channel Triangl, Fastnet Middle Sea Race 2001, Accademia Navale, Cutty Sark 2002 in der Karibik, Daimler Chrysler North Atlantic Challenge, und jedes Jahr weitere Tall Ship´s Races. Die Zeiten zwischen den Regatten segelt HÉBÉ III mit Clubmitgliedern, die die Überführung zu den Starthäfen besorgen.

Im Jahre 2007 startete sie bei den Tall Ship´s Races bereits zum elften Mal. Es ist nicht leicht für ein Schiff aus einem Binnenland, die strengen Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. Und es ist imer wieder eine Herausforderung, das Boot neu auszustatten und die Crew vorzubereiten. Jedes Jahr müssen es mehrere Crews sein, da die Mitglieder einer Amateurcrew auch Ihrem Beruf nachgehen müssen und daher in der Freizeit nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Einige Tage auf der Nordsee und die Beteiligung an den vier Nordseewoche-Regatten in diesem Jahr mit Start in Cuxhaven waren eine sehr gute Ausbildungszeit und Vorbereitung für die Teilname an den Tall Ship´s Races. Trotz einer Handverletzung und einem Spinakkerriss waren die Norseewoche-Regatten das Beste, was wir für die Teilnahme auf den Regatten von Arhus nach Kotka (Finnland) und von Stockholm (Schweden) nach Szczecin (Polen) machen konnten.

Ihren verdienten Winterschlaf wird die HÉBÉ III an der polnischen Küste verbringen. Und 2008? Die Planung der nächsten Regatten ist schon im Gange. Aber bevor das Frühjahr kommt, müssen noch viele Vorbereitungen erledigt werden.

Der Skipper mit seiner Crew wurde zur Preisverteilung und Anschlussabend der NORDSEEWOCHE am 27.Oktober 2007 in Räumen des Hafen-Klub in Hamburg eingeladen.

R.H.